Über diese webseite …

Beobachtet man im Internet die Fachgespräche in den diversen Internetforen, hat man den Eindruck, dass ein gelungenes Foto immer noch Hand in Hand mit einer teuren Ausrüstung einhergeht. Objektive oberhalb 1000 € und DSLR-Kameras (nur Body), die den Preis eines gebrauchten Kleinwagens erreichen, werden oftmals als Garant für gute Fotos zu Felde geführt. Das ist erstens, nicht richtig und zweitens, vollkommen falsch, zumindest, wenn es um Amateur-Fotografie geht. Technik ist gut, Technik ist auch wichtig, aber… sie ersetzt weder das gute Auge für ein Motiv, noch die Kreativität des Fotografen. Sie kann nur unterstützen.

Diese Webseite befasst sich primär mit dem Ergebnis eines Amateur-Fotografen – den Bildern. Allerdings werden sich hier nach und nach Artikel einfinden, die sich auch mit der Technik auseinandersetzen und Informationen beinhalten, die für den Neueinsteiger nützlich sein dürften. Fotografieren kann, aber muß nicht unbedingt ein teures Hobby sein.

Einen angenehmen Aufenthalt auf photomatik.de wünscht euch

Jürgen Olejok

 

In eigener Sache – 5 Jahre Photomatik

5 Jahre eine webseite zu betreiben, die NICHT den Anspruch besitzt, zu einem kommerziellen Erfolg zu werden, ist in der heutigen Zeit eigentlich ein Novum. Betrachtet man die großen Portale wie Facebook, Instagram oder YouTube, bei denen anscheinend jeder versucht, am Traum vom leicht verdienten Geld zu partizipieren, ist das Betreiben eines Blogs  noch unverständlicher. Warum sich nicht einfach in die sozialen Netzwerke einhängen und mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Leser und eventuell auch Werbeeinnahmen bekommen? Die Vorteile sind signifikant, der Mehrwert greifbar. Was also macht einen eigenen Blog so erstrebenswert, wenn man es viel leichter und einfacher haben könnte, seine Meinung zu publizieren?
Ein  Grund ist sicherlich die Unabhängigkeit und das Wissen, dass niemand Einfluss auf die eigene Meinung nehmen kann. Es kann nichts gelöscht oder manipuliert werden, weil nur der Blogbetreiber die komplette Kontrolle über seinen veröffentlichten Inhalt besitzt.
Ein anderer Grund ist die Tatsache, dass gerade bei Facebook und Youtube die Gefahr besteht, im Sumpf von Unwissenheit, Dummheit und Selbstüberschätzung zu geraten. Was man zum Thema Fotografie da zu sehen und zu lesen bekommt, ist in über neunzig Prozent der Beiträge entweder schlichtweg falsch oder manipulativ und für den Fotofreund, der lediglich Informationen für eine Kaufentscheidung oder einen Lösungsansatz für ein Problem sucht, vollkommen unbrauchbar. Am Rande bemerkt, gilt das gleiche für fast alle Foto-Foren, die man gerne mal besucht.

Sicherlich gibt es bei YouTube Ausnahmen, wie zum Beispiel Aki Moosmann mit seinem Kanal Akigrafie, der sich nicht scheut, auch unpopuläre Aussagen zu machen und das Thema Fotografie zu entmythisieren. Meist aber sind die Videos klug verschleierte Werbefilme für bestimmte Produkte und die Macher längst zu Markensklaven mutiert.
Also sind die „unabhängigen“ Foto-Blogs die alleinigen Bewahrer der Fotowahrheit? Nicht wirklich, denn auch diese webseite wurde nach über 100000 Besuchern von der Werbewirtschaft entdeckt und das Angebot, für ein paar Firmenlinks etwas Geld für seine Mühen zu bekommen, war schon verlockend. Als aber nach der Kontaktaufnahme das „Kleingedruckte“ zur Sprache kam, war der Traum vom leicht verdienten Geld schnell verflogen. Über Dieses und Jedes sollte nicht mehr berichtet, bestimmte Produkte dürften aber durchaus positiv vorgestellt werden. WTF !

Und mit ähnlichen „Anforderungen“ werden auch andere Blogs geködert und manch einer hat oder wird seine heren Vorsätze vergessen, um ein wenig vom Werbekuchen zu ergattern. Das wird auf photomatik DEFINITIV NICHT passieren. Uneingeschränkte Freiheit in der Auswahl von Themen und eine objektive Meinung ist der alleinige Grund, diese webseite weiterhin zu pflegen.
Und das wird auch in den nächsten fünf Jahren so bleiben. Versprochen!

Wie geht es weiter ?

Zwar werde ich auch weiterhin Kameras, Objektive und Zubehör unter die Lupe nehmen und den Nutzen für den Fotoamateur ermitteln, aber die Kategorie Technik wird zukünftig etwas weniger im Fokus stehen. Der Grund dafür ist nicht der Mangel an Produktneuheiten, sondern der Mangel an nutzbarer Innovation der Produkte. Die letzten Jahre haben nämlich einen Grundsatz dieser webseite bestätigt: Das Bild ist entscheidend, nicht die eingesetzte Technik. Zwar haben sich durch die „Spiegellosen“ die Möglichkeiten schon vorhandenes Equipment zu nutzen, stark verbessert, aber mit richtigem Licht und guter Komposition erziele ich mit einer KB-DSLM neuester Bauart genauso spektakuläre Ergebnisse, wie mit meiner betagten APSC-DSLR Einsteiger-Kamera.

Deshalb werden zukünftig Artikel, die das technische setup und die Komposition einer gelungenen Aufnahme beinhalten, mehr Beachtung finden. Schliesslich soll der Leser dieser Seite etwas für seine eigenen Aufnameanforderungen an Wissen mitnehmen. Dazu wird das alte Streitthema „Foto als Dokumentation“ gegen „Photo-Art“  im Mittelpunkt einiger Artikel stehen. Out of cam oder photoshop – wenn Fotos zur Kunst werden.

Aber weil ich weiß, dass viele Leser dieser webseite ebenfalls nur ein schmales Budget für ihr Hobby zur Verfügung haben und gern Informationen darüber hätten, wie man möglichst preiswert sein Equipment erweitern kann, folgen in den kommenden Wochen noch drei „Technikbeiträge“ zum Thema Sony A7/Objektive. Dabei werden die berühmt berüchtigten „Flohmarkt-Gläser“ im Fokus stehen und die Frage beantwortet, ob das wühlen in müffelnden Kamerataschen auf Flohmärkten Sinn macht.

Sony A7 on Budget

Vorwort

Für diesen Artikel ist ein Vorwort erfoderlich, denn er beinhaltet persönliche Empfehlungen für den Rat suchenden Amateurfotografen. Das eine, nicht durch Werbung unterstützte, aber dadurch unabhängige webseite nicht das komplette Objektivangebot ALLER Hersteller berücksichtigen kann, ist nicht überraschend. Die Auswahl an Objektiven, die im Alltagseinsatz für diesen Artikel getestet wurden, war dennoch vielfältig und entsprach dem Grundgedanken, das beste Preis/Leistungsverhältnis zu erreichen.

Eine Tatsache, die fast jeder Amateurfotograf schon erleben durfte, ist die sogenannte „Serienstreuung“ der angebotenen Objektive. Diese Streuung ist kurioserweise derzeit gehäuft bei Hochpreis-Objektiven von Sony-Zeiss zu beobachten und ich selbst war erst mit dem vierten Exemplar des hochgelobten 16-35mm/f4 Sony-Zeiss zufrieden. Das ist im Bereich Fotografie ein NoGo und Sony muss sich fragen, ob sie die vermutlichen Einsparungen bei der Qualitätskontrolle nicht etwas übertrieben haben. Anders sieht es bei den älteren Minolta-Objektiven aus. Hier gibt es auch eine Serienstreuung, aber sie ist meist nur im Bereich Zoom-Objektive etwas ausgeprägter. Grundsätzlich ist/war festzustellen, dass fast alle Minolta-Gläser gut verarbeitet und ordentlich zentriert waren; die getesteten Festbrennweiten sogar ausnahmlos. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass man beim online-Kauf einen unbrauchbaren Flaschenboden erwischt. Deshalb der Tip: IMMER selbst an seiner Kamera das Objektiv antesten. Das erspart in der Regel böse Überraschungen und kein Anbieter wird, wenn sein Objektiv in Ordnung ist, etwas gegen das ausprobieren haben.

Es gibt im Internet zahlreiche Stimmen, die grundsätzlich dazu raten, auf Gebrauchtwaren im optischen Bereich zu verzichten. Unentdeckter Glaspilz oder amateurhaft ausgeführte Reparaturversuche, versteckte Mängel in der Fokussiermechanik oder Elektronik, aber auch Vergütungsfehler sind zwar Ausnahmen, kommen jedoch vor. Da eine Gewährleistung beim Privatverkauf nicht vorhanden ist, gibt es ein Restrisiko für den Käufer. Damit muß man leider leben. Auf der anderen Seite ist es möglich, ein komplettes Objektiv-Setup zu erstehen, dessen Gesamtpreis nicht einmal den Betrag eines einzigen, neuen Objektivs entspricht.

Eigentlich wären noch mehr Empfehlungen in diesem Artikel möglich gewesen, denn z. B. die Minolta Festbrennweiten ab 35mm waren und sind allesamt eine Empfehlung wert. Allerdings gibt es in diesem Segment seit dem Erscheinen der A7 eine extreme Tendenz zu immer höheren Preisen, die bereits fast lächerliche Ausmaße angenommen hat. Klar, man kann ein 25 Jahre altes 100er/2.8 mit Makro für über 300 € anbieten, aber ob der Verkäufer für diesen Preis einen Interessenten finden wird, muss sich noch zeigen. Es ist, keine Frage, ein gutes Objektiv, aber das sind aktuelle Festbrennweiten von Drittherstellern auch. Aus diesem Grund folgen die Empfehlungen in diesem Artikel einem bestimmten Muster: Es soll, wenn möglich, der gesamte Brennweitenbereich eines Amateurfotografen bedient UND es soll für den geforderten Preis das absolut beste Bildergebnis in seiner Klasse erzielt werden.  Zumindest das sollte mir gelungen sein.

Einleitung

Bekanntlich ist die Sony A7 in der ersten Version der günstigste Einstieg in den Bereich spiegelloses Kleinbildformat. Gebraucht ist der Body im guten Zustand für knapp 600 € zu bekommen. Man sollte aber bei aller Begeisterung für den großen Bildsensor nicht vergessen, dass man dafür Objektive benötigt, die den Vorteil des Formats auch nutzen. Und diese „vollformattauglichen“ Linsen sind nicht gerade preiswert. Bösartige Stimmen sprechen in Zusammenhang mit Sony vom HP-Effekt, d. h. preiswerte Drucker und teuere Tinte. Studiert man die Preise für Sony-Objektive, ist eine gewisse Ähnlichkeit tatsächlich erkennbar.
Zwar bemüht sich Sony, eine Budget-Linie für ihre 7er Serie aufzubauen, aber in vielen Abbildungsbereichen liegen die Preise für ordentliche Gläser oberhalb der 1000 € Grenze. Das ist für Amateurfotografen kaum zu stemmen. Muss man/frau aber auch nicht, denn es gibt Alternativen, die in diesem Artikel ihren Platz bekommen.

 

Bild links: Der native „Grundstock“ für die A7 – das 28-70 Zoom, das 28er und 50er Prime für e-mount. Alle drei Objektive, sogar das Zoom, sind abbildungstechnisch qualitativ in der oberen Mittelklasse anzusiedeln. Beim 50er Prime gibt es aber im Auslieferungszustand Probleme mit dem Autofukus. Hier schafft ein Software-update von Sony etwas Abhilfe, aber perfekt ist es danach auch nicht. Was die Abbildungsschärfe betrifft, sind alle drei Objektive ihr Geld mehr als wert. Die beiden Primes schaffen es auch im Bereich Bokeh und Dynamik locker in höhere Qualitätsstufen; das Zoom ist zwischen 35-70 ein echter Allrounder und gehört zu den besten Kit-Linsen, die je in einen Plastiktubus verbaut wurden. Überhaupt ist Schärfe bis zu den Rändern anscheinend ein Kriterium,  das Sony bei seinen Objektiven im Fokus hat.

 

 

Basis

Es gibt sie – die Budget-Linie für Sonys KB-Format und e-mount Anschluss. Ein 28-70 Zoom, eine 28er /f2 und eine 50er /f1.8 Festbrennweite für zusammen ca. 950 € (gebraucht für ca. 650 €) sind kein schlechter Einstieg in die native Vollformat-Welt. Seit Februar 2017 wird das Set mit einem 85er /1.8 ergänzt, wobei die anvisierten 600 € für ein Budget-Objektiv schon grenzwertig sind. Trotzdem bleiben noch jede Menge Brennweiten übrig, für die es keine nativen und gleichzeitig „bezahlbaren“ Gläser gibt.
Da man bekanntlich fast alles an Objektiven via Adapter an die A7 anschliessen kann, ist das Angebot an mechanisch einstellbaren Gläsern unüberschaubar. Allerdings ist der Autofokus schon eine tolle Erfindung und im Jahre 2017 sicherlich ein Standard-Feature. Im Falle der A7, erste Version, gibt es allerdings ein Problem: da es bei diesem Modell keine Freigabe für den Phasen-AF für Entwickler gibt, sind die meisten Objektive, obwohl mit AF-Funktion ausgestattet, nur manuell nutzbar. Einige wenige Objektive können via elektronischen Adapter von Drittherstellern zwar mit dem Kontrast-Fokus der A7 arbeiten, aber richtig Freunde kommt dabei nicht auf. Drei bis Vier Sekunden bis zur Scharfstellung sind arg lang und das Ergebnis ist trotzdem nicht immer treffsicher. Nun könnte man argumentieren, dass gerade die A7 Serie mit ihren Fokussierhilfen die besten Voraussetzungen für das manuelle Scharfstellen mitbringt, aber Autofokus ist nunmal eine Erleichterung, auf die man ungern verzichten möchte.
Abhilfe schafft in diesem Fall der Sony-eigene Kamera-Adapter LA-EA4, der nicht nur ältere Minolta und Sony-Objektive mit a-mount-Bajonett den Anschluss an die A7 ermöglicht, sondern neben einem eigenen Motor für den Stangenantrieb auch einen eingebauten Phasenautofukus beinhaltet. Phasen-AF und Stangenantrieb sind zwingend notwendig, um mit der A7 und älteren a-Mount-Objektive von Minolta automatisch zu fokussieren. Bei einigen Sony a-mount Gläsern, wie z.B. dem 85er/f2.8, ist der Motor bereits im Objektiv verbaut und der zusätzliche Stangenmotor nicht unbedingt erforderlich.

Bild rechts: Der LA-EA4 Adapter macht aus der Ur-A7 endgültig eine eierlegende Wollmilchsau. Mit Stangenmotor und eingebautem Phasenautofokus-Modul sorgt er für treffsichere Schärfe mit AF. Die durch den durchlässigen und fest verbauten Spiegel verlorenen 0.5 bis 0.7 Blenden sind in 99 Prozent der Aufnahmen locker zu verkraften, denn der Verlust macht sich bei Offenblende nicht im Bokeh des Fotos bemerkbar, sondern ausschliesslich bei der Lichtstärke. Da der Adapter auch einen Stativanschluss besitzt, entlastet er schwere Objektive vom Kamera-Anschluss. Im Freihandgebrauch stört er nur marginal, ist aber für das Gesamtstyling der Kamera nicht gerade förderlich.

Der Anschaffungspreis des LA-EA4 liegt bei knapp über 200 € und er macht, stilistisch betrachtet, aus der schönen Linie der A7 ein hässliches Entlein, aber nun steht einer preiswerten Anschaffung ALLER Brennweiten für die Ur-A7 nichts mehr im Weg.
Der Grund dafür liegt wiederum in der Anzahl von Minolta-Glas, dessen Ruf nicht zu Unrecht als ausgezeichnet zu betiteln ist. Minolta hat in seiner langen Entwicklungsgeschichte nicht nur mit Leica oder Zeiss zusammengearbeitet, sondern diesen Titanen der Linsentechnik oftmals sogar unter die Arme greifen müssen, um akzeptable Zoom-Objektive herstellen zu können.
Warum also nicht einen Linsenpool nutzen, der zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber auch an modernen DSLM-Kameras immer noch eine bemerkenswerte Qualität liefert.

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Winterzeit – Still ruht der See

Für Fotografen ist die Winterzeit eher fad – graue Tristesse oder durchgehend weiß. Freunde dynamischer Farben laufen sich allgemein die Füße platt, bevor sie ein schönes Motiv vor die Linse bekommen. Die seltenen Stunden, in denen bei wolkenlosem Himmel die Farben der Natur explodieren, müssen genutzt werden und wenn dann auch noch das Motiv etwas hergibt, gelingt auch in dieser Jahreszeit ein guter Schuß. Die beiden Fotos entstanden am Rande der mecklenburgischen Seenplatte, ziemlich exakt an der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Boot im See 1Um die Dynamik der neu angeschafften Alpha 7 zu testen, sollte das eisblaue Wasser im starken Kontrast zur in der Sonne liegenden Baumgruppe stehen. Überraschend war das Ergebnis aber trotzdem, weil hier lediglich das Sony Kit-Objektiv 28-70mm zum Einsatz kam. Diesem Objektiv, auf Grund seines Plastik-Tubus eine nicht gerade beliebte Linse, wird allgemein Kontrastarmut und mangelnde Schärfe nachgesagt. Das hier vorliegende Ergebnis zeigt: es kommt mal wieder auf die Serienstreuung an. Ist das Objektiv gut zentriert, dann ist es mehr als ausreichend scharf und kann die 24 Megapixel des A7-Sensors perfekt bedienen. Man beachte die Struktur der Eiskristalle auf der Sitzbank des Bootes. Einen „mangelhaften“ Kontrast kann man hier ebenfalls nicht erkennen.

Boot im See 2Für einen Gebrauchtpreis von unter 200 € ist es, ein mängel- freies Exemplar vorausgesetzt, eine mehr als gute Investition. Die Verzeichnungen am kurzen und langen Ende sind vorhanden, aber nicht sehr stark ausgeprägt und für RAW-Konverter oder andere Bildbearbeitungssoftware kein Problem. Ob sich bei solchen Bildergebnissen die Anschaffung des Sony Vario Sonar 24-70 / F4 für den vierfachen Preis lohnt, darf durchaus bezweifelt werden.

Letztendlich – im KB-Format geht es mit der A7 auch preiswert. Es müssen, wenn es nativ sein soll, nicht immer die (völlig überteuerten) ZEISS-Objektive jenseits der 1000 € sein, zumal ZEISS weder etwas mit der Herstellung, noch mit verbauten Glas zu tun hat. Die Objektive werden komplett inklusive Glaselemente von und bei Sony gebaut.

Und das Sony gute UND preiswerte Objektive bauen kann, haben sie unlängst mit dem 28 /f2  vor einiger Zeit bewiesen.

© Jürgen Olejok / 2017

Systemwechsel – Kopf statt Bauch

Es war auf dieser webseite in den letzten Monaten ein wenig still geworden. Grund war ein erneuter Systemwechsel – diesmal von Nikon zu Sony. Dieser Wechsel war, im Gegensatz zum vorherigen Wechsel von Canon zu Nikon, nicht aus dem Bauch heraus (haben will), sondern eine reine Kopfentscheidung (Nutzen und Möglichkeiten).

Die Gründe, warum man sich von einem der beiden etablierten Kamera-Herstellern abwendet, sind so oft im Netz erörtert worden, dass ein zusätzlicher Beitrag zu dem Thema nur weiteres Rauschen erzeugt. Die Argumente wiederholen sich und bringen keine neuen Erkenntnisse. Deshalb nur eine kurze Anmerkung und kein langwieriges Gelaber zum Systemwechsel.

Fakt ist – das Sony E-Mount System für spiegellose Systemkameras (DSLM) bietet viele Vorteile für den ambitionierten und experimentierfreudigen Fotoamateur. Das schmale Auflagenmaß ermöglicht den Einsatz über einen Adapter fast aller in den letzten 70 Jahren hergestellten Objektive, unabhängig von Marke oder mechanischem Anschluss. Das innovative Fokus-Peaking, ein Alleinstellungsmerkmal der DSLM, unterstützt auf hervorragende Weise den Gebrauch mechanischer Objektive und vereinfacht die präzise Fokussierung extrem.

Seit dem Erscheinen der Sony A7, der ersten DSLM mit Vollformat (KB)-Chip, hat sich auch der Zubehör-Markt für diese Systeme explosionsartig vergrößert. Funkgesteuerte Blitzanlagen oder native Objektive von Fremdherstellern beleben den Markt rund um das System und sorgen für bezahlbare Alternativen zum Originalprodukt. Dieser Prozess findet erfahrungsgemäß nur dann statt, wenn die Aussichten, dass sich ein Produkt im Markt durchsetzt, auch für Dritt-Hersteller erkennbar wird.

Zusammengefasst kann man durchaus behaupten: Kein anderes Kamera-System bietet derzeit so viele Möglichkeiten, Kreativität und Experimentierfreude zu vereinen und neue Ziele zu definieren, deren Verwirklichung oft an den technischen Einschränkungen oder den Kosten bisheriger Systeme scheiterten.

Sony hat mit der DSLM in Verbindung mit dem E-Mount und den technischen Innovationen die Büchse der (Foto) Pandora geöffnet und kein etablierter Kamera-Hersteller mit fünf Buchstaben wird sie wieder schließen können. Es ist aber anzunehmen, dass sie auf diese Entwicklung anders reagieren werden (müssen), als mit der bisherigen Bereitstellung von spiegellosem Spielzeug, das nicht einmal besser ist, als eine gute Smartphone-Kamera.

Bis dahin ist/war der Wechsel zur Sony DSLM, zumindest für mich, eine vernünftige Entscheidung.

Und weil es ja so viel Neues zu entdecken, zu testen und mitzuteilen gibt, wird auch diese webseite wieder Neues beinhalten. Ein besseres Beispiel für eine Win-Win-Situation fällt mir nicht ein.

Alles unter Kontrolle – Tethering

Folgendes Problem kennt jeder Fotograf. Auf dem Kontrollmonitor der Kamera sah das Bild gut aus; Blinkwinkel auf das Motiv in Ordnung, Farben ok und die Aufahme scharf bis an den Rand. Beim sichten der Fotos am heimischen Rechner dann die Ernüchterung. Mangelnde Schärfe in Teilbereichen und mit einer Positionsveränderung um wenige Meter hätte man noch viel mehr aus dem Motiv herausgeholt. Ärgerlich. Hätte man doch den großen Monitor dabei gehabt.

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Nun, den 32 Zöller auf einer Fotosession mitzuschleppen ist nicht nur unpraktikabel, sondern scheitert bei Aussenaufnahmen auch an dem meist fehlenden 230 Volt Netzanschluß. Für ambitionierte Amateurfotografen, die einen Tablet-Computer besitzen, gibt es eine Lösung, die so manch spätere Enttäuschung verhindert – das Tethering. Das Tablet wird dabei zur Fernbedienung der Fotokamera und ermöglicht damit eine bessere Kontrolle der Aufnahmen.
Natürlich funktioniert das auch mit diversen Smartphones, aber ob es wirklich Sinn macht, den 3-Zoll-Kamera-Monitor gegen ein 5-Zoll Handydisplay zu ersetzen, bleibt fragwürdig. Mindestens 8 Zoll sollten schon zur Verfügung stehen; 10-12 Zoll sind empfehlenswert. Dabei ist es egal, welches Betriebssystem auf dem Tablet installiert ist, denn es gibt die Programme für Android, Windows und Linux. Alles was man sonst noch benötigt, ist ein passendes USB-Kabel, um die fernbedienungsfähige Kamera mit dem Tablet zu verbinden. Die Programme zur Fernsteuerung sind entweder kostenlos (Windows/Linux) oder zumindest für einen geringen Betrag (Android) erhältlich.

Warum 10 Zoll oder größer?

Nach der Aufnahme sollte in der Vorschau eine ausreichend große Darstellung des Fotos vorhanden sein, ohne das noch in das Bild gezoomt wird. Bei kleineren Displays fokusiert das Auge mehr, es stellt sich selbstständig „scharf“ und betrügt uns ein wenig in der Wahrnehmung. Übrigens der gleiche Effekt, wie bei der Kontrolle am Kameramonitor. Bei einem größeren Abbild erfasst unser Gehirn eher das ganze Foto und entlarvt so auch die kleinsten Fehler in der Motiv-Komposition. Ausserdem wird ein kleineres Bild auf den ersten Blick immer schärfer aussehen, als ein größeres – unabhängig von der Pixelanzahl der Displays. Für die absolute Schärfekontrolle ist natürlich ein zoomen in die Details des Fotos notwendig und ist mit zwei Fingern auf einem Tablet schnell gemacht.

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Einspruch Herr Wiesner !

Blogeintrag !

Ich gebe es zu. Auch ich gehöre zu den Menschen, die sich den einen oder anderen Fototip aus den unendlichen Weiten von Youtube holen und deshalb viele Videos aus der „Röhre“ konsumieren. Das war in der Vergangenheit eine feine Sache und hat mir sehr viele Möglichkeiten eröffnet, kreativer zu fotografieren und vor allem, sicherer mit meinem „Werkzeug“ umzugehen. Dafür erst einmal ein DANKE an alle Fotoprofis, die ihr Wissen mit uns „Hobbyknipsern“ geteilt haben.

Einer dieser „Youtube-Mentoren“ ist Stephan Wiesner. Man liebt oder hasst den Mann, der in seinen Videos sich so einiges in den nicht vorhandenen Bart murmelt, oftmals mit der Technik hadert und auch so manchen Kraftausdruck in der Öffentlichkeit nicht scheut.

Sein November-Video 2015 mit dem Titel „Kauf keine Einsteiger-Kamera“ erzeugte aber nicht nur Stirnrunzeln, sondern konterkarierte auch sämtlich Aussagen von namhaften Foto-Profis.

Mit der Meinung, dass eine Kompaktkamera mit 1 Zoll-Sensor die gleiche Qualität wie eine Einsteiger-DSLR mit Kit Objektiv bringt (das ist so zwar richtig, aber…) und deshalb solch eine Einsteiger-DSLR  erst gar nicht auf die “Wunsch“-Liste kommen sollte, steht er nicht nur alleine da, sondern verhindert auch das „wachsen“ des zukünftigen Amateurfotografen am Equipment. Wenn ich vor vier Jahren, als ich nach 20 Jahren Abstinenz wieder angefangen habe, zu fotografieren, diesen Rat befolgt hätte, wäre meine Begeisterung für das Thema Digitalfotografie nach kurzer Zeit beendet gewesen. Canon und Nikon hätten ein paar tausend Euro weniger Umsatz gemacht und ich hätte jetzt ein anderes Hobby.

Wie kann ein Fotograf so einen Rat von sich geben? Genau das Gegenteil ist der richtige Weg und der wird auch allgemein von den etablierten Fotografen empfohlen. Mit einer Einsteiger-DSLR beginnen und diese Ausrüstung bis ans Limit ausreizen. Der Lerneffekt ist enorm und hat man die Grenzen erreicht, kommt der nächste Schritt – eine bessere Kamera oder, weil noch sinnvoller, bessere Objektive. Selbst mit einem DSLR-Einsteiger-Body, wie z. B. der Canon 1000D, gelingen mit einem guten Objektiv spektakuläre und sehenswerte Fotos. Den Beweis findet ihr auch auf dieser Seite, denn viele Fotos (z. B. Semper-Oper in Dresden, ICC Berlin, die Grubenlampe und auch viele Nightshots) sind mit genau dieser10MP Canon-Einsteiger-Kamera gemacht worden. Und um dem Ganzen auch noch einen besonderen Wink in Richtung Wiesner zu geben – einige Fotos wurden sogar mit dem 16-55mm Kit-Objektiv aufgenommen!

Sicher, das alles ist Amateurqualität, aber viele Hobby-Fotografen hatten und haben auch nicht vor, aus dem Hobby einen Beruf zu machen. Das schließt nicht aus, mehr und mehr über das Thema Fotografie zu lernen und erfolgreich umzusetzen. Mit einer Kompaktknipse lernt man nur eines und das nach kurzer Zeit – das Ding daheim liegen zu lassen. Smartphone geht nämlich auch.

Also Herr Stephan Wiesner – man kann Dinge auf vielerlei Weise kaputt reden, aber gerade die Fotografie ist ein äusserst dynamisches Hobby, das auch von der Vielzahl an Schnittpunkten zur Technik lebt. Den Lerneffekt der DSLR-Fotografie durch eine Kompaktknipse abzuwürgen, ist nicht gerade förderlich, um Neueinsteiger zu motivieren. Vielleicht habe ich den Youtube-Beitrag auch falsch verstanden, aber dann besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch viele Andere die Quintessenz des Beitrags nicht richtig interpretieren.

Zwar mag die Aussage, dass eine 1 Zoll Kompaktkamera qualitativ gleichgute Aufnahmen erzeugt, technisch gesehen richtig sein, aber spätestens beim Thema Boket ist mit der Knipse Schluß mit lustig. Und was das Anbringen von (sinnvollem) Zubehör angeht – da ist eine Einsteiger-DSLR immer die bessere Wahl.

Und deshalb gehört sie IMMER auf den Wunschzettel !

Jürgen Olejok / 2016